Staatskanzlei plant Sondersitzung des Kabinetts zu Waldhilfen - Spannraft Stefan

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Staatskanzlei plant Sondersitzung des Kabinetts zu Waldhilfen

Erschienen am 31.07.2019

Die dramatische Lage in Thüringens Wäldern soll Thema einer Sondersitzung des Kabinetts werden. Es gehe um einen Aktionsplan, um mehr Schadholz aus den Wäldern zu holen und neue Bäume heranzuziehen, sagte eine Sprecherin der Thüringer Staatskanzlei am Dienstag. Ein Termin für die Sondersitzung stehe jedoch noch nicht fest. Zuvor hatte MDR Thüringen berichtet.


Nach Schätzungen von Fachleuten muss in den kommenden zehn Jahren bis zu eine halbe Milliarde Euro aufgebracht werden, um Thüringens Wälder durch mehr Mischkulturen mit bestimmten Laub- und Nadelbäumen standhafter gegenüber den Klimaveränderungen zu machen, bestätigte die Staatskanzlei. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) schloss auch ungewöhnliche Schritte nicht aus.


Notfalls müsste das Land seine Rücklagen für diesen Zweck nutzen, sagte er MDR Thüringen. Außerdem könnte er sich vorstellen, dass Landwirte nach der Ernte im Herbst beim Aufziehen von Bäumen helfen. Große Agrarbetriebe könnten bei der Anzucht von Sämlingen helfen. Er habe Gespräche mit den Vertretungen der Bauern vorgeschlagen.


Kritik kam von den Oppositionsfraktionen CDU und AfD, die der Landesregierung ein schleppendes Krisenmanagement und Versäumnisse vorwarfen. Der CDU-Forstexperte Marcus Malsch verwies darauf, dass seine Fraktion bereits im Juni zusätzliches Geld für die Beseitigung von Waldschäden geordert habe. Einen Hektar Wald zu beräumen und wieder aufzuforsten koste bis zu 18 000 Euro.


Das Landwirtschaftsministerium geht derzeit davon aus, dass bis zum Ende des Jahres 2,5 bis 3 Millionen Festmeter Käferholz in den Wäldern im Freistaat anfallen. Die größten Schäden gebe es bei der Buche (498 000 Festmeter) und der Fichte (384 400).


Die Landesforstanstalt spricht von 13 000 bis 14 000 Hektar Schadflächen in den Wäldern Thüringens. Das sind Flächen, in denen mehr als 30 Prozent der Bäume abgestorben sind - sie machen momentan rund 2,5 Prozent der gesamten Waldfläche im Freistaat aus.