Mobile Hühner und vorbildliche Schweine - Bericht zum Tierschutz - Spannraft Stefan

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Mobile Hühner und vorbildliche Schweine - Bericht zum Tierschutz

Erschienen am 09.07.2019

Tierhaltung, die sich wirtschaftlich rechnet und dabei auch dem Tierwohl gerecht wird, soll auf den landeseigenen Betrieben Hessens stärker Vorbildfunktion bekommen. In dem am Dienstag vorgelegten Jahresbericht der Landesbeauftragten für Tierschutz, Madeleine Martin, werden gleich mehrere neue Initiativen für dieses Jahr angekündigt. So soll im landeseigenen Betrieb Eichhof eine Demonstrationsanlage für Schweinehaltung eingerichtet werden. Sie solle Perspektiven für die zukünftige Haltung von Schweinen in landwirtschaftlichen Betrieben aufzeigen, hieß es.


Dies sei auch mit Blick auf die Käufer landwirtschaftlicher Produkte bedeutsam, sagte Martin. «Hohe Verbraucherakzeptanz genießen nur Haltungsformen, die sich am natürlichen Verhalten der Tiere orientieren und nicht die Umwelt mit Schadgasen, Keimen oder grundwasserbelastenden Chemikalien belasten», betonte sie.


Ein Modell, das in den 90-er Jahren in Hessen entwickelt wurde und bereits erfolgreich sei, sei der Mobilstall in der Geflügelhaltung. «Die Tiere leben in, für die heutige Zeit, relativ kleinen Tiergruppen in mobilen Ställen, die regelmäßig auf frisches Gelände umgestellt werden», heißt es in dem Bericht über diese Art der Haltung, in der mittlerweile mehr als eine Million Hennen in rund 2000 Betrieben leben. Auch hier gebe es steigende Nachfrage von Verbrauchern.


Mittlerweile tauche aber auch ein Problem auf: Da es kaum regionale Geflügelschlachtereien gebe, sei es für die Bauern schwierig, die Tiere letztlich schlachten zu lassen. Martin will daher in diesem Jahr ein Projekt zur Entwicklung einer mobilen Schlachtung initiieren.


In dem Bericht nimmt Martin auch Stellung zu Herdenschutz im «Wolfserwartungsland» Hessen. Fachgerechte, gut gewartete, geschlossene Zaunanlagen seien aus ihrer Sicht das geeignete Mittel, sagte die Tierschutzbeauftragte. Herdenschutzhunde dagegen schienen «aufgrund der derzeitigen sehr geringen Gefährdungslage in Hessen weder wirtschaftlich noch sinnvoll». Angst vor Wölfen sei nicht nötig - und der mögliche wirtschaftliche Schaden in einer reichen Gesellschaft leicht zu kompensieren, heißt es in dem Bericht. «Wir erwarten von Menschen in afrikanischen Ländern, dass sie zum Beispiel Elefanten schützen, obwohl deren reale Auswirkungen auf diese Menschen unvergleichlich existenzieller sind und sind selbst nicht bereit, geringste Auswirkungen hinzunehmen.»